Die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle ist nur eines
von mehreren Gebäuden, die Annette Streyl als gestrickte Modelle im
Verhältnis von 1:100 hat produzieren lassen.
Aus Wolle gefertigt, auf Drahtgestell aufgezogen, wird es an der Wand
befestigt präsentiert.
Ein quadratisches Stickobjekt im Maßstab 1:1 greift ein Element des
im Lichthof umlaufenden Lüftungsgitters auf.
Die von dem Architekten Oswald M. Ungers zugrundegelegte strenge architektonische
Ordnung wird irritiert, indem Annette Streyl ihr gestricktes Lüftungsgitter
quer zur vorgegebenen Struktur hängt.
Das Material Wolle und die damit verbundene Tätigkeit des Strickens
verweisen auf weibliche Handarbeit, die im Sinne sowohl marktwirtschaftlichen
Denkens als auch konventioneller Kunstbetrachtung wenig wert ist.
Auf diese Weise wird die repräsentative Geste des Museumsneubaus der
Hamburger Kunsthalle verkehrt und humorvoll gewendet.
>> http://www.streyl.net