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Susanne Weirichs künstlerische Arbeit reflektiert, wie Sprache im
Gebrauch Bedeutung erlangt.
Sie wird zum Material für ihre medialen Umsetzungen.
In Trostspender werden Handtuchspender, die in öffentlichen Waschräumen
zu finden sind, zu zweifelhaften Tröstern. Die Routine nach einem Gang
auf die Toilette wird nachhaltig gestört, wenn man ihre Papiertaschentuchspender
benutzt. Sie sondern nicht nur Wegwerfhandtücher ab, sondern auch auf
Band gespeicherte Filmzitate, die drastisch das Abgeputzte wieder einholen.
Die Soundtracks - akustische Zitate aus amerikanischen Filmen wie Killing
Zoe oder Pulp Fiction - thematisieren das Wegwischen von
Körperflüssigkeiten und Sekreten, von Blut, Tränen, Speichel, Sperma
und Urin. Trost spenden die Personen, von denen man es am wenigsten
erwartet: ein Callgirl, ein Dealer, ein Killer etc. Nicht die Anschauung,
sondern das Benutzen der auf den ersten Blick alltäglichen Gebrauchsgegenstände
verwandeln Susanne Weirichs Trostspender in Kunst, die im Funktionsbereich
des Museums die routinierte Wahrnehmung irritierend entautomatisiert.
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